Der Landtierarzt zwischen Tierethik und gesellschaftlichen Anforderungen

Das Bild vom heilenden Landtierarzt, der sich ausschließlich nur um kranke oder verletzte Einzeltiere kümmert, ist nur ein kleiner Teil seines Tätigkeitsfeldes. Steht er doch im Spannungsfeld zwischen den Klein- und Lieblingstieren, die den Besitzern Freund, Familienmitglied, Partnerersatz oder Trennungshilfe bedeuten, sowie den Pferden, die wertvolle Sport-, Zucht- oder Hobbytiere sind und den landwirtschaftlichen Nutztieren, die den Bauern durch ihre Milch- oder Fleischproduktion die Lebensgrundlage ermöglichen. Jeder dieser Besitzer stellt andere Erwartungen an die Behandlung seiner Tiere.

In der Ordination werden die Kleintiere nach modernen Diagnose-, Therapie- und Operationsmethoden versorgt. EDV-gestützte Aufzeichnungen sichern eine komplette Krankengeschichte der Tierpatienten. Automatisierte Impferinnerungen und Nachsorgetermine erinnern den Tierbesitzer an anstehende Behandlungen. Besonders schwere medizinische Fälle, die nicht in der Ordination versorgt werden können, werden an Spezialkliniken überwiesen.
Im Nutztierbereich werden geschulte Landwirte immer mehr in die Behandlungen miteinbezogen, nachdem der Tierarzt die Diagnose gestellt und die erste Therapie durchgeführt hat. Landwirt und Tierarzt unterliegen strengen Dokumentationspflichten, die die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Wartezeiten für die Verwendung von Milch oder später das Fleisch der behandelten Tiere regeln. Der Tierarzt hat in seinen betreuten Betrieben laufende, dokumentierte Kontrollen durchzuführen, sie sichern die Einhaltung der Medikamentenaufzeichnungs-, Tierschutz- und Haltungsbestimmungen. In der sogenannten Bestandsbetreuung dient sein Wissen dem landwirtschaftlichen Betrieb der Krankheitsvorbeugung und Leistungsoptimierung. Impfprogramme und Blutuntersuchungen schützen vor dem Ausbruch von Tierseuchen.
Der Landtierarzt verfügt über eine tierärztliche Hausapotheke, um die Patienten rasch behandeln zu können und dem Tierbesitzer eine richtige Nachbehandlung der Tiere zu ermöglichen. Durch die Vielfalt der zu versorgenden Tierarten und möglichen Krankheiten umfasst die Hausapotheke eine große Zahl an verschiedenen Medikamenten, sie müssen den Vorschriften entsprechend gelagert, bei der Abgabe aufgezeichnet und verwaltet werden. Wenn ein benötigtes Medikament nicht lagernd ist, wird es rasch besorgt.

Häufig ist der Tierarzt auch Lebensmittelkontrolleur und dient der Lebensmittelsicherheit indem er beamtetes Aufsichtsorgan über fix zugeteilte Schlachthöfe ist. Dort muss er sowohl die Tiere vor der Schlachtung untersuchen als auch im Anschluss das Fleisch vor der weiteren Verarbeitung beurteilen. Kontrollen über die Einhaltung des Tierschutzes bei der Schlachtung, der Hygienevorschriften bei der Verarbeitung des Fleisches und Audits über vorgeschriebene Aufzeichnungen des Schlachtbetriebes, die eventuelle Veranlassung von weiteren Untersuchungen sowie genaue Dokumentationen sind Teile seines amtlichen Auftrages.

Eine 24-stündige Rufbereitschaft pro Tag, Versorgung von Notfällen bei Klein-, Hobby- und Nutztieren, Abhaltung von Ordinationen, Bestandsbetreuung der landwirtschaftlichen Betriebe und Schlachthofdienst, viele Wochenenddienste und wenige Wochen Urlaub im Jahr runden das Bild des Landtierarztes ab. Das Schönste ist aber, kranken oder leidenden Tieren helfen zu können und sie als fühlende Wesen zu respektieren.

Gehörgangsentzündungen

Die Gehörgangsentzündung (Otitis) bei Hunden und Katzen wird heute in einem größeren Zusammenhang betrachtet als noch vor einigen Jahren. Sie gilt nur mehr in Ausnahmefällen als spezifische Erkrankung des äußeren Ohres, vielmehr stellt eine Otitis ein klinisches Problem dar. Wegbereitende Faktoren für eine Entzündung sind Hängeohren, Verengungen, übermäßiger Haarwuchs im Gehörgang, ständige Feuchtigkeit bei häufigem Schwimmen, Temperaturwechsel oder unvorsichtiges Reinigen. Treffen nun einzelne dieser Umstände zu und werden sie zusätzlich noch durch Primärfaktoren wie Allergien, Futterunverträglichkeit, Autoimmunkrankheiten, Ohrparasiten, Fremdkörper oder Tumore im Ohr, ebenso wie Schilddrüsenunterfunktion verstärkt, führt dies rasch zur dritten Stufe des Geschehens: Bakterien oder Pilze besiedeln den Gehörgang und leiten den sich selbst erhaltenden Entzündungsprozess ein. Häufig werden Schmutzkeime durch Kratzen mit den Pfoten ins Ohr eingeschleppt. Es kommt zu Rötungen und Entzündungen verbunden mit Schmerz und Schwellung, vermehrter Sekretproduktion, bis hin zu Trommelfell- oder Mittelohrentzündung. Um einen befriedigenden Therapieerfolg zu erreichen, muss nach eingehender Untersuchung (Ohrspiegelung, ev. bakteriologischen Tupferproben, dermatologischer Gesamtbeurteilung) neben der üblichen Otitisbehandlung oftmals auch eine antiallergische Behandlung vorgenommen werden. Futter- und Kontaktallergien stehen hier an erster Stelle. Bei Tumoren, chronischen Verengungen oder Sekretabflussstörungen ist ein chirurgisches Vorgehen notwendig. Nur eine breit angesetzte Therapie führt bei wiederkehrenden Gehörgangsentzündungen zum bleibenden Erfolg.

Adresse

Dipl.-TA Dr. Christian Rosenmayr

Gerungser Straße 18

3910 Zwettl-Niederösterreich

Tel.: +43 2822 52314

E-Mail: ch.rosenmayr@wvnet.at

Öffnungszeiten

Montag 13:00 - 14:30

Dienstag 13:00 - 14:30 17:00 - 19:00

Mittwoch 13:00 - 14:30

Freitag 13:00 - 14:30 17:00 - 19:00

an Dienstwochenenden nach Vereinbarung

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